Zur Historie unseres Ortes

Rüdnitz ist eine uralte Stätte menschlicher Siedlung. Schon in grauer Vorzeit wohnten hier Menschen. Zahlreiche Funde aus der Steinzeit, aus der Bronzezeit und aus der frühen Eisenzeit bewiesen es.

 


Erstmalig schriftlich wurde Rüdnitz als "Pecze Rudenicz" im Jahre 1367 erwähnt.

 

Der Ort lag an der alten Handelsstraße, die von der Spree (Berlin) die Panke, Finow und Oder entlang zu den Ostseehäfen u. a. Wollin führte

Frühzeitig kam Rüdnitz zu den Ausstattungsdörfern des Schlosses Biesenthal, was auch durch das Karolingische Landbuch von 1375, das die Siedlung zum ersten Male urkundlich nannte, bestätigt wurde. Die Feldmark umfasste damals 78 Hufen, 4 hatte der Pfarrer, 2 waren Kirchenland. Es gab auch einen Krug.

Zum Gemeindebezirk gehörte auch ein Etablissement, genannt Molendinum Langherenne (Langerönne), was ebenfalls im Landbuch von 1375 vermerkt war. Das war eine Wassermühle, verbunden mit Landwirtschaft.

1890 hatte der Ort 396 Einwohner und bestand nur aus dem Dorf.

Weitere Siedlungsgebiete kamen im Laufe der Jahrzehnte hinzu:

Unter der Bezeichnung Albertshof wurde 1861 erstmalig ein Ackergehöft auf der Feldmark Rüdnitz, an der Straße nach Willmersdorf gelegen benannt, welches vom Ökonomen Albert Petersen bewirtschafte wurde . Ein Ökonom als Bauer, das konnten sie nicht verstehen. So machten sie sich gegenseitig darauf aufmerksam, was wohl auf dem Hof von „Albert" vor sich gehen würde. Irgendwann war der Zeitpunkt da und alle sprachen von „Alberts" Hof. Über die Jahrzehnte prägte sich diese Ortsbezeichnung bei den Einheimischen ein und so heißt diese inzwischen gewachsene Siedlung, dort wo früher nur Felder und Wald waren, Albertshof. Bekannt wurde dieser Teil von Rüdnitz, nachdem die Berliner Stadtgüter große Teile der landwirtschaftlichen Nutzfläche ersteigert bzw. gekauft hatten und darauf nach einer Bauzeit von 1,5 Jahren am 01. Juni 1908 die Fleischvernichtungsanstalt (Abdeckerei) der Stadt Berlin eröffneten und ein modernes Gut in Betrieb genommen haben.

Um 1900 kam der westfälische Pastor Friedrich v. Bodelschwing, damaliger Leiter der Krankenanstalt für Epilepsiekranke Bethel in Bielefeld und preußischer Landtagsabgeordneter, nach Berlin und dort mit dem Elend und der Not der vielen Obdachlosen in der Großstadt und ihrer Hoffnungslosigkeit in Berührung. Gedrängt in christlicher Nächstenliebe zu handeln, konnte und wollte er das nicht hinnehmen. Im Jahre 1905 kam er zum ersten Mal von Berlin mit einigen „Tippelbrüdern" in die Gegend von Rüdnitz. Er fand Gefallen an dem Ort und beschloss, gleich hinter dem Dorf eine Bleibe für die Landstreicher zu errichten. So gründete er am 28. März 1905 den „Verein Hoffnungstal für die Obdachlosen der Stadt Berlin". „Hoffnungstal",..."weil wir die feste Hoffnung haben, dass an Gott und Menschen verzagende und versinkende Menschen aller Stände wieder eine fröhliche Lebenshoffnung fassen werden". Unter dem Motto „Arbeit statt Almosen" sorgte er für Arbeits- und Lebensmöglichkeiten auf märkischem Wald- und Ackerland und errichtete hier die ersten Baracken für die „Kolonie Hoffnungstal".

Am 27. Mai 1906 wurde die Anstalt auf den Namen „Hoffnungstal" durch Ihrer Majestät der Kaiserin und seiner königlichen Hoheit Prinz Eitel Friedrich in Rüdnitz eingeweiht.

Zur Besiedlung von Kühle Kaveln 1928 heißt es in der Chronik: „Der Büdner Friedrich Neumann ist durch Pferdekauf (weit über seine Verhältnisse), Pech in seiner Viehhaltung usw. derart in Schulden geraten, dass sein Grundstück versteigert werden sollte. Es gelang ihm aber, 10 Morgen unfruchtbaren Landes auf den „Kühle Kaveln" durch Vermittlung eines Maklers an Wochenendler zu verkaufen. Er erzielte dabei Preise von 1000 Reichsmark pro Morgen. Dadurch konnte er den drohenden finanziellen Zusammenbruch abwenden. Die Gemeinde bekam dadurch eine Masse Siedler auf den Hals, ob zum Segen, bleibt abzuwarten".

Im Oktober 1928 verkaufte der Besitzer Gustav Schulze (Am Bader-Pfuhl) 60 Morgen Land an der Danewitzer Chaussee an eine Berliner Gesellschaft, die es zu Siedlungszwecken aufteilte. Er erhielt für den Morgen, je nach Lage, 1000 bis 1500 Mark. Geld welches er dringend benötigte um seiner Existenz Willens. Es waren von dem Land schon einige Parzellen an Siedler verkauft. Diese durften zunächst allerdings nur mit Wohnlauben bebaut werden, da noch kein ordentlicher Bebauungsplan vorlag. Nach langem Rechtsstreit war dann 1932 alles geklärt und die Siedlung Schulzenaue konnte entstehen. Durch den Krieg kamen viele Berliner auf der „Flucht vor den Bomben" hierher und bauten sich hier nach Ende des Krieges ein neues zuhause auf.

Der Schlächtermeister Klempin, sehr geschäftstüchtig, hatte im Kriegsjahr 1942 den Rest seines Landes zu Siedlungszwecken zum Verkauf angeboten. In 14 Tagen waren alle Parzellen verkauft. Käufer waren meist hiesige Einwohner aber auch Berliner die aus der Hauptstadt aufs Land wollten um den Bombardierungen in der Großstadt zu entgehen. Es lag bei diesen Verkäufen die Überlegung zu Grunde, dass hier nach dem Kriege eine rege Siedlungstätigkeit einsetzen wird und auch der Bürgermeister bereits angewiesen war, vorsorglich Land für diese Zwecke bereitzuhalten. Natürlich war unter diesen Umständen der Marktpreis für den Verkäufer sehr günstig, was es ihm auch erleichterte sich von diesem, nicht sehr fruchtbaren Land zu trennen.

Anfang der 90er Jahre beschloss die Gemeindevertretung zwischen der Bahnhofsstraße und dem Feldweg (Siedlung Schulzenaue) auf einem Areal von 82 600 Quadratmeter einen Wohnpark mit 360 Wohneinheiten zu errichten, verteilt auf 170 Ein- und Mehrfamilienhäuser. Im Angebot waren auch Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen, Reihenhäuser bis Doppelhaushälften.

1993 erfolgte der erste Spatenstich für den Wohnpark. Am 10. September 1994 erfolgte die Grundsteinlegung. Im Jahre 1995 zogen schon die ersten Bürger in die Wohnanlage ein. Hatte unser Ort zu diesem Zeitpunkt etwa 1000 Einwohner, so wuchs mit den Baufortschritt und den Zuzug, vor allem junger Familien mit Kindern, die Einwohnerzahl rasant an und erreichte fast eine Verdopplung. In Gefolge der Entwicklung des Wohnparks siedelte sich eine Reihe von Gewerbetreibenden und Handelseinrichtungen an, was neue Arbeitsplätze entstehen ließ.


Die Kirche zu Rüdnitz wurde vermutlich im 2. Viertel des 13. Jahrhunderts erbaut. In dieser Zeit wurden die Dorfkirchen aus behauenen Feldsteinen mit dicken Mauern und hochgestellten kleinen Fenstern, als eine Art Wehrkirche ausgeführt, in der die Bewohner in Notzeiten Zuflucht und Schutz fanden. Sie hatte ursprünglich keinen Turm. Dieser wurde zwischen 1733 und 1735 gebaut.

Das herausragende Ausstattungsstück dieser Dorfkirche ist ein hölzerner Altaraufsatz, datiert aus dem 1. Viertel des 17. Jahrhunderts. Darin befindet sich ein spätgotisches Retabel von 1530. In den Altarflügeln stehen 7 Rellieffiguren, die um 1430/ 1440 entstanden sind. Der Altar wurde 2009/ 2011 aufwendig mit Unterstützung der Gemeinde restauriert.

Die am Triumphbogen stehende achteckige Sandsteinkanzel ist das eigenartigste Stück dieser Dorfkirche. Fünf gemauerte Stufen führen zu der etwa dem Anfang des 17. Jahrhunderts (1600-1620) angehörenden Kanzel, die abgeputzt und mit den Farben Blau, Weiß und Gold bemalt ist.

Im Jahre 1883 erhielt die Kirche eine Orgel der Firma Lütkemüller.


Am 2.August 1925 wurde die Freiwillige Feuerwehr in Rüdnitz gegründet. Ausgangspunkt waren mehrere Brände zwischen 1923 bis zu diesem Zeitpunkt. Dabei zeigte sich, dass die bis dato bestehende Pflichtfeuerwehr, die jedes Gemeindemitglied zu aktiven Löscheinsätzen verpflichtete, den Anforderungen bezüglich Ausbildung und Einsatz moderner Löschmethoden nicht mehr gerecht wurde.

Zur Gründungsversammlung hatte der Bürger Bernhard Hübner, von Beruf Schneidermeister, eingeladen. Aus alter Schrift ging hervor, dass dieser dann auch zum ersten Brandmeister und Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Rüdnitz durch die Anwesenden gewählt wurde. Er führte die Wehr bis August 1927.

In dieser Zeit legte er den Grundstein für eine zeitgemäße, den Anforderungen entsprechende Brandbekämpfung. Eine Gedenktafel an dieses Ereignis wurde anlässlich der 10 jährigen Partnerschaft mit der Feuerwehr von Krzesnica im August 2011 eingeweiht.